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Leilani Story – Folge 2

Folge 2: Vertrauen auf vier Pfoten

Freiheit beginnt im Kopf. – Nicht Kontrolle, Sondern Haltung.

In Folge 2 geht es nicht um Training. Es geht um eine Entscheidung.

Ich wollte keinen Hund, den ich kontrollieren muss. Ich wollte einen, der bei mir bleibt –
weil er will.

Vertrauen entsteht nicht durch Technik, nicht durch Druck, nicht durch Sicherung. Sondern durch Klarheit. Durch Konsequenz. Und durch die Bereitschaft, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Diese Folge erzählt, warum Freiheit kein Risiko ist – sondern ein Spiegel.

Freiheit ist kein Geschenk an den Hund.Sie ist eine Verpflichtung an dich selbst.

Freiheit ist kein Geschenk an den Hund.Sie ist eine Verpflichtung an dich selbst.

Leilani Story – Folge 2

Worum geht es in Folge 2?

In dieser Folge erzähle ich, warum ich früh entschieden habe, Leilani ohne Leine zu führen – und warum das nichts mit Leichtsinn zu tun hatte.

Es geht um Prägephase. Um Präsenz. Um Verantwortung. Und darum, warum echte Verbindung nicht entsteht, wenn man sichert – sondern wenn man führt, ohne zu dominieren.

Die Leine in meiner Hand

Es gibt ein Foto von uns aus der Anfangszeit. Ich halte die Leine locker. Nicht gespannt. Nicht straff.

Was man nicht sieht: Wie viele kleine Entscheidungen diesem Bild vorausgingen. Jede Belohnung für freiwillige Nähe. Jedes Nicht-Rufen. Jedes bewusste Richtungswechseln.

Vertrauen ist kein Moment. Es ist eine Summe.

Und ja – ich hatte Angst. Aber ich hatte mehr Angst davor, einen Hund zu haben, der nur bleibt,
weil er muss.

Exklusiv im Schweizer Hunde Magazin

Diese Geschichte erscheint fortlaufend exklusiv im Schweizer Hunde Magazin.

Hier auf reinholds.ch findest du Hintergründe, Zitate, Bilder und persönliche Einblicke hinter die Kulissen.

Wenn du die komplette Geschichte lesen möchtest – inklusive aller Folgen und emotionalen Details – kannst du das Magazin hier abonnieren oder eine Einzelausgabe bestellen.

Der Jööö-Effekt

In der Schweiz gibt es dieses Wort.

„Jööö.“

Es ist kein richtiges Wort.
Eher ein Laut.
Ein Geräusch, das direkt vom Herzen kommt.

Und Leilani war am Anfang…
maximal jööö.

Zu grosse Ohren.
Zu kleine Pfoten.
Dieser Blick, der jeden Widerstand auflöst.

Wenn wir durch Zürich liefen, passierte es ständig.

„Jöööööööö!“

Fremde Menschen blieben stehen.
Beugten sich herunter.
Hände auf ihrem Kopf.
Kraulen. Streicheln. Begeisterung.

Ungefragt.
Ungebremst.
Und ich?
Ich fand es schön.

Die Welt mochte meinen Hund.

Was ich nicht verstand:

Leilani lernte.

Nicht Sitz.
Nicht Bleib.

Sondern:

„Jööö“ bedeutet: hingehen.
„Jööö“ bedeutet: Aufmerksamkeit.
„Jööö“ bedeutet: Nähe ist immer erwünscht.

Nach ein paar Wochen glaubte sie tatsächlich,
sie heisse so.

Sagte irgendwo jemand „Jööö“, bewegte sie sich.
Sofort.
Freudig.
Selbstverständlich.

Und da traf es mich.

Was für uns ein Ausdruck von Zuneigung ist,
ist für einen Hund ein Signal.

Was wir als Emotion meinen,
versteht er als Information.

Ich hatte sie nicht falsch erzogen.
Ich hatte sie nicht geführt.

Also begann ich umzubauen.
Konsequent. Ruhig. Klar.

Nicht jede Stimme ist Einladung.
Nicht jede Begeisterung ist Auftrag.

Es dauerte.
Aber sie lernte.

Heute sehe ich grosse Hunde,
die noch immer glauben, sie seien „Jööö“.

Sie gehen ungefragt zu Menschen.
Springen hoch.
Fordern Nähe ein.

Nicht, weil sie dominant sind.
Sondern weil sie gelernt haben:
Alle finden mich toll.

Das Problem ist selten der Hund.

Es ist unsere Projektion.

Wir wollen Nähe.
Wir wollen berühren.
Wir wollen dieses warme Gefühl.

Aber ein Hund kann nicht unterscheiden,
wer ihn liebt und wer Angst hat.

Und genau da beginnt Verantwortung.

Nicht, wenn der Hund schwierig wird.
Sondern wenn er niedlich ist.

Der Jööö-Effekt hat mir etwas Wichtiges beigebracht:

Führung beginnt nicht bei Problemen.
Sie beginnt im Applaus.

Und manchmal ist es liebevoller,
nicht „Jööö“ zu sagen –
sondern ruhig zu bleiben.